Geschichtliches
Pays Cathare
Association des sites du Pays Cathare
Abbayes, Musées, Châteaux cathares, Histoire catharisme, Aude
http://www.payscathare.org/
Katharer - deutsche Seite
http://www.katharer.de/
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Das Land der Katharer oder
doch eher Okzitanien?
Languedoc - Langue d'oc
(Nach der Bejahungsformel oc (aus lateinisch hoc)) - Okzitanische Sprache
Das
Kreuz der Katherer?
Eher das Kreuz
Okzitaniens - "croix occitane".
Okzitanien wurde immer
wieder mit dem Land der Katharer gleichgesetzt. So ganz
stimmt das nicht.
Okzitanien ist eine
kulturelle Region in Südfrankreich, die eine eigene
Sprache aus dem Lateinischem bildete. Sie ist dem
Katalanischem sehr ähnlich.
Das Languedoc verdankt
zwar daher seinen Namen, aber ist nur ein Teil des
Gebietes. Die Katharer selbst stellten nur einen Teil
der Bevölkerung. Viele Menschen waren auch Katholiken.
Raimund IV von Toulouse etwa zieht 1095 mit in den
ersten Kreuzzug und gründet die Grafschaft Tripolis.
Okzitanien selbst war nie eine politische Einheit. |
Fast erinnert nichts mehr
daran, dass es nicht nur die heilige römische Kirche in
West-Europa gab. Etwas dunkel wurde es im Mittelalter, aber eher
in der Geschichtsschreibung. Hier und da ein paar eigenartige
Symbole in Südfrankreich, und selbst der Besucher merkt schnell,
dass Südfrankreich irgendwie anders ist, als der Norden und das
Zentrum. Doch sehr auffällig sind gerade im Languedoc die
Unmengen an zerstörten Burgen. Bis eigentlich auf eine, die
immer wieder auch in Historienfilmen auftaucht, wenn es um
Ritter und dergleichen geht, Carcassonne. Wenn man in mitten des
französischen Lebensgefühls im Südfrankreich am Strand
Mittelmeerstrand liegt, merkt man vielleicht nicht, dass das
Gebiet nicht schon immer und ewig zu Frankreich gehörte. Klar,
wer sein Croissant in seine große Kaffeetasse stippt, weiß ja
bestimmt, dass genau das der legende nach eher aus der Zeit der
Belagerung der Türken vor Wien kommt, als denn aus Frankreich.
Ebenso der schöne Wein, den eigentlich ja die Römer nach ihren
Eroberungen gegen die Gallier kultivierten.
Aber, da war noch etwas. Erst
1790 hörte mit der französischen Revolution die Eigenständigkeit
der Provinz Languedoc auf. Und was nur haben die ganzen
zerstörten Burgen zu bedeuten? Wer baute sie und wer zerstörte
sie? Es war die Zeit der Kreuzzüge. Mehrere christliche
Strömungen entstanden. Davon wurden etwa die Franziskaner und
Dominikaner in den Armen der römischen Kirche aufgenommen.
Während der "heilige" Ludwig IX (1214-1270) meinte, die
Ungläubigen (also Muslime und Juden) könne man bekehren, sah er
das bei den sogenannten Katharern ganz anders. Gegen sie trieb
er die Inquisition voran. Kreuzzüge in christlichen Gebieten?
Okay, das mit den Templern ist ja auch in Deutschland bekannt.
Aber das war erst an dem berühmten Freitag, den 13., im Jahre
1307, als europaweit die Verhaftungswelle gegen die Templer
systematisch durchgeführt wurde. Hundert Jahre später.

Das Wappen des Grafen von Toulouse (Quelle: Wikipedia)
Es besteht heute noch als das Wappen der französischen
Region
Midi-Pyrénées und ist im Wappen der Region
Languedoc-Roussillon sowie mehrerer Städte Südfrankreichs
enthalten.
Eines der dunkelsten Kapitel
der katholischen Kirche und der französischen Krone ereignete
sich in den ersten 30 Jahren des 13. Jahrhunderts. Es war ein brutaler
Kreuzzug gegen andersdenkende Christen. Offenbar bestand die
Gefahr, dass diese Strömung sich ungehindert in ganz Europa
ausbreiten könnte. Und das wäre das Ende des Papsttums gewesen.
Diese Gefahr wurde viel größer eingeschätzt, als der Islam auf
europäischem Boden und in den heiligen Städten wie Jerusalem.
Der Kreuzzug gegen die Katharer. Graf Raimund VI von Toulouse
hatte seine Gefolgschaft dem französischen König gegen die
englischen Lehen im Westen Frankreichs ein Jahr zuvor
verweigert. In Lyon sammelten sich die Kreuzritter, um das
abtrünnige Toulouse, das eigentlich nicht wirklich der
französischen Krone unterstand, zu maßregeln. Die Kreuzritter
kamen aus allen Ländern, auch aus Deutschland und Österreich.
Die Katharer selbst durften aus religiösen Gründen keine Waffen
tragen. Es standen den Kreuzrittern also eher die Adligen der
Grafschaft Toulouse gegenüber. Es ging auch nicht um das Katharertum, sondern eigentlich um die Eigenständigkeit
Okzitaniens.

Okzitanische Dialekte - Siehe Wikipedia -
Okzitanische Sprache
Einst war es das "Gebiet der Katharer",
so steht es noch heute auf den Schildern an der Straße. Doch
die Katharer (griechisch: katharós = rein), die "Reinen",
waren Christen, die sich vom katholischen Papst lossagten
und eine reine Lehre Gottes anstrebten. Sie selbst nannten
sich die "Guten Menschen" oder auch die "Reinen Christen". Für
die Katharer war der Papst der römischen Kirche der Antichrist.
Kein Wunder also, dass die römische Kirche und die französische
Krone den einen von mehreren großen Kreuzzügen eben nicht gegen die
islamische Welt führten, sondern gegen die Katharer im damaligen
unabhängigen Gebiet Okzitanien. Den Franzosen ging es dabei mehr
um das Land, also dessen Annexion. Mit der Inquisition wurden vom
Papst keine Geringeren beauftragt als die Dominikaner, genau
die, die Hunderte Jahre später die Unmenschlichkeit der
Unterwerfung der Urbevölkerung von Amerika anprangerten, aber in
diesen Kreuzzügen eine ganz andere Rolle spielten. Die alte
gallische Stadt Toulouse, einst sogar Hauptstadt der Westgoten
(Die ehemalige 7. Provinz, Septimanien, 419 bis 507), nach der Eroberung durch den fränkischen Königs
Chlodwig I. und mehreren erfolglosen Belagerungen durch die
Mauren, später zum Sitz des Königreiches Aquitanien (781 und
843) wurde, danach als eigenständige Grafschaft Stadtzentrum
der Languedoc-Kultur, fiel im Jahre 1271 und und geriet so unter
die Krone Frankreichs. Doch bis 1790 bleibt Toulouse noch nahezu
unabhängig. Dann wird Frankreich in 83 Departments eingeteilt
und der Sonderstatus der Provinzen aufgehoben.
Das "ketzerische" Verbrechen
der Katharer lag darin, dass für sie Jesus das Fundament ihrer
Kirche war und eben nicht der Papst. Es ging also dem Katholizismus nicht um die Christianisierung Südfrankreichs,
sondern um die Liquidation anderer christlicher Bewegungen. Im
sogenannten Albigenserkreuzzug (1209-1229), genannt nach der
Stadt Albi, wurden die Katharer verfolgt und meist als Ketzer
verbrannt. Historische Eckdaten sind etwa das Massaker von Béziers - 22. Juli 1209. Die Stadt wurde
geplündert und in
Schutt und Asche gelegt. Ca. 20.000 Menschen, faktisch die
gesamte Bevölkerung, wurde getötet. Es wurde kein Unterschied
zwischen Katharern und Katholiken gemacht.

Vertreibung der
Katharer
aus Carcassonne |
"Tötet
sie alle! Gott kennt die Seinen schon."
Dem Papst Innocent III ging um eine regelrechte Ausrottung der
Katharer in Südfrankreich.
Das nächste Angriffsziel der Kreuzritter war Carcassonne. Hier aber konnten die
Katharer
durch unterirdische Gänge fliehen. Die verbliebenen Bewohner
mussten die Burg nackt verlassen. Das Massaker von Béziers sollte
sich nicht wiederholen, das war selbst den Katholiken und vor
allem den Kreuzrittern dann doch etwas zu heftig, selbst im 13.
Jahrhundert - eines der blutigsten Jahrhunderte im Mittelalter. 1210 war
die Stadt Minerve dran. Wer nicht konvertierte, wurde verbrannt.
400 Leute kamen auf die Scheiterhaufen. Papst Innocent III starb
1216 und damit das katholische Streben an dem Kreuzzug. Das
juckte den französischen König kein Stück und der zog einfach
weiter gegen die Katharer. Ihm ging es ja um die Unterwerfung
Okzitaniens. Nach einem zermürbenden Krieg gegen Toulouse musste
Graf Raimund VII, der Sohn von Raimund VI aufgeben und den
Vertrag zur Einverleibung Okzitaniens unter die französische
Krone 1228 unterschreiben. Raimund VI verstarb bereits 1222
und trat vor seinem Tode dem Templerorden bei.
Geblieben sind eine Reihe
Burgen und das Wort "Ketzer", das aus dem Wort "catherer"
abgeleitet sein soll und seit den Albingerkreuzzügen für alle
religiösen Strömungen verwendet wurde, die nicht im Sinne der
katholischen Kirche waren. Die Kreuzzüge selbst brachten nicht
die gänzliche Vernichtung der Katharer in Südfrankreich. Dies
erledigte die Inquisition mit weiteren Kreuzzügen und mit ihren
Scheiterhaufen. Erst am Ende des 13. Jahrhunderts waren die Katharer
restlos in Südfrankreich "ausgelöscht". "Schneidet dem
Drachen den Kopf ab!" hieß es auf dem Konzil von
Béziers. 1244 wurde die Burg
Montségur eingenommen, eine der letzten Zufluchten der Katharer. Die Katharer wurden auch hier vor die Wahl gestellt,
Katholiken zu werden oder auf dem Scheiterhaufen zu landen. 225
Katharer, darunter ihr Bischof Bertrand Marty, entschieden sich
für den Scheiterhaufen. Die Ebene vor vor dem Montségur heißt
heute noch "Prat des Cremats" ("Feld der Verbrannten"). Entgegen
der Abmachung wurde die katholische Besatzung der Burg nicht
frei gelassen, sondern von den Inquisitoren verhört. Es ging
dabei um den "Schatz" der Katharer. Der Legende nach verwahrten
die Katharer unter anderem den heiligen Gral auf dieser Burg.
Einige Katharer konnten fliehen. Angeblich brachten sie den
Schatz in die größte Grotte Europas, den
Lombrives.

Doch auch ins 14. Jahrhundert hinein
hörte die Jagd auf die Katharer nicht auf. Der Inquisitor
Jacques Fournier, später Papst Benedikt XII, lässt die
letzten Katharer in Höhlen (z.B. Lombrives) einmauern. Er
entdeckte, dass die Katharer im Dorf Montaillou noch höchst
lebendig waren. Dies ist offenbar der letzte Schlag der
Katholiken gegen die Katharer in Frankreich.
Diese Höhlen, in die die
Katharer flüchteten, ihre Verfolgung durch die päpstliche
Kirche, die Verhöre der Inquisition, all das ließ viele Legenden
spinnen. Besonders der Schatz der Katharer und der heilige Gral.
In Wahrheit weiß man aber eigentlich so gut wie gar nichts über
die Katharer. Es gibt schon Informationen über ihren Glauben
und die Eckdaten der militärischen Schläge (vor allem aus
katholischer Sicht) aber das war es dann schon.
Die Katharer waren keineswegs
auf Frankreich beschränkt, sondern verteilt in ganz Europa.
Ursprünglich stammt das Katharertum auch aus Bulgarien. So wurde
das Katharertum Staatsreligion etwa in Bosnien (1180-1204, die
Bogomilen), einem Gebiet zwischen Katholiken und Ortodoxen. Ihr
Symbol ist die Lilie. Sie stellten sogar einen Gegenpapst. Die
Bogomilen verbreiten sich bis nach Bulgarien. Als die Osmanen
immer weiter in Europa eindrangen, traten viele Katharer dem
Islam bei - freiwillig.
Carcassonne - Die Ritterburg
Der Legende nach habe Karl der Große (oder Friedrich II.)
die Burg einst belagert und die Burgherrin Madame Carcas
trickste die feindlichen Belagerer aus. Diese waren schon
halb verhungert. Sie ließ ein Schwein mästen und über
die Burgmauern werfen. Die Belagerer schlossen daraus, dass
die Burgbesatzung viel besser verpflegt sei, als sie selbst,
und demotiviert zogen sie sich dann zurück. Angeblich hatte
einer der Belagerer dann gesagt: "Madame Carcas sonne", was
soviel bedeutet wie, Madame Carcas läutet. Die Burg
wurde einst von den Römern gebaut und benannt "Carcaso", wahrscheinlich zum Schutz
gegen die Westgoten im Westen Südfrankreichs, die diese dann
auch 412 einnehmen konnten. Bis 725 konnten die Westgoten die
Stadt halten, verloren sie dann aber an die Araber. Philip
der Kleine konnte sie dann mit Hilfe der Westgoten
zurückerobern. 1067 ging die Region als Lehen an Barcelona
und später an Trencaval, den Vizegrafen von Béziers.
siehe:
http://www.carcassonne.org/